Aktuelles EPG-Angebot

Übersicht über die aktuellen Veranstaltungen, die im Rahmen des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums besucht werden können.

Ab dem Sommersemester 2020 wird es KEINE exklusiven EPG-I-Veranstaltungen ("Grundkurs Ethik") mehr geben.

Lehramtsstudierende nach GymPO (mit obligatorischem EPG) können dennoch das EPG I-Modul auch im kommenden SoSe 2020 abdecken, und zwar in der Veranstaltung

 

Andreas Luckner
Einführung in die praktische Philosophie
Zeit: Mi 09:45 - 11:15
Raum: M 11.42
Beginn: 22. April 2020

Kandidierende für das EPG-I-Modul melden Sie sich bitte möglichst bis Ende März 2020 unter:
luckner(at)philo.uni-stuttgart.de

Im EPG II-Bereich werden im Sommersemester 2020 insgesamt 9 EPG II-Seminare angeboten (Veranstaltungsbeginn ist Stand jetzt erst in der Woche ab 20. April):

Hauke Behrendt
Herrschaft und Anarchie
Zeit: Mi 15:45 - 17:15 h
Raum: M 17.25

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Ist politische Herrschaft gerechtfertigt? Und was würde daraus gegebenenfalls für das normative Verhältnis zwischen Staat und Herrschaftsunterworfenen folgen? Sind wir moralisch verpflichtet, die Gesetze eines legitimen Staates zu befolgen? Diese traditionellen Fragen sind bis heute von zentraler Bedeutung für die politische Philosophie und stellen sich aktuell insbesondere angesichts anhaltender politischer und sozialer Krisenerfahrungen. In diesem Seminar wollen wir uns mit zeitgenössischen Aufsätzen zur Problematik politischer Autorität und Legitimität befassen, wobei gleichermaßen Befürworter wie Kritiker des Staates diskutiert werden sollen. Zur Vorbereitung: Sanders, John/Narveson, Jan (Hg.): For and Against the State, Lanham 1996.

 

Anja Berninger
Zurückgeben? Ethik des Sammelns und des Ausstellens
Zeit: Di 15:45 -17:15
Raum: M 11.82 

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Europäische Museen verfügen über umfassende Sammlungsbestände, die aus ehemaligen Kolonien in Afrika, Asien und Südamerika stammen. Viele dieser Stücke wurden geraubt oder unter Zwang an die Kolonialisten verkauft. Seit etwa fünf Jahren wird deshalb (zum wiederholten Male) über eine mögliche Rückgabe solcher Bestände diskutiert. Zugleich ist auch die Frage aufgekommen, ob und wie bestimmte Stücke noch ausgestellt werden sollten. Ist es beispielsweise in Ordnung, Fotografien, die unter kolonialen Bedingungen entstanden sind, ohne weitere Einordnung zu zeigen – auch wenn sich darin kolonialistische Einstellungen wiederspiegeln? Und was ist mit religiösen Artefakten, die nie für den musealen Raum bestimmt waren? Sollten wir diese trotzdem zeigen? Mit diesen und ähnlichen Fragen werden wir uns im Laufe des Seminars beschäftigen. Dabei geht es insbesondere darum, einen bislang hauptsächlich in den Kunstwissenschaften geführten Diskurs aus philosophischer Perspektive zu beleuchten. Wir wollen dabei gemeinsam ergründen, welche Pflichten Museen im Hinblick auf problematische Ausstellungsbestände haben. Im Laufe des Semesters sollen in Gruppenarbeit philosophische Fallstudien zu einzelnen Objekten und Sammlungsbeständen entstehen. Neben den regulären Seminarzeiten wird es einige Zusatztermine für Museumsbesuche etc. geben. Die Teilnahme an diesen Terminen ist Pflicht. Wir werden die genauen Zeiten in der ersten Sitzung absprechen. Einige der Texte, die wir diskutieren werden, sind nur in englischer Sprache verfügbar. Die Bereitschaft, diese vorzubereiten, ist Teilnahmevoraussetzung. Zur Einführung in die Thematik ist der Bericht der vom französischen Präsidenten Macron eingesetzten Kommission zur Rückgabe von afrikanischen Kulturgütern aus französischen Museen empfehlenswert: Felwine Sarr, Bénédicte Savoy (2019): Zurückgeben. Über die Restitution afrikanischer Kulturgüter, Berlin: Matthes & Seitz.

 

Renate Breuninger
Philosophische Theorie des Guten
Zeit: Mi 15:45 - 17:15
Raum: M 11.62

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Schon in der Antike war die Frage nach dem guten Leben (eu zên) die bewegende Frage der Menschheit: Es ist die Frage nach einem geglückten, gelungenen Leben. Gut war etwas dann, wenn sein Zweck, sein Worumwillen in seiner besten Verfassung erfüllt war. Die Frage findet ihren Ziel und Abschlusspunkt in Frage nach dem höchsten Gut. Zwei Fragestellungen sind hier zu unterscheiden: Zum einen die Frage nach den Inhalten, also nach einer Güterethik. Das höchste Gut sind die Güter, die dem Menschen zu einem guten Leben verhelfen. Auf der anderen Seite orientiert sich die Frage auf die Haltungen des Menschen, die Tugenden, und zielt auf die Tauglichkeit der Seele in ihrer Bestform. Im Mittelpunkt des Seminars stehen die klassischen Theorien des Guten in der Antike bei Platon und Aristoteles, in der Neuzeit bei Kant und dem Utilitarismus, wie ihn Jeremy Bentham und John Stuart Mill verkörpern. Wir werden uns dann den modernen Theorien des Guten wie der Theorie der Gerechtigkeit bei John Rawls sowie Philippa Foot, deren 2004 erschienenes Buch „Über die Natur des Guten“ eine neoaristotelische Tugendethik entwickelt, zuwenden. Die verschiedenen Texte werden bereitgestellt und zum Semesterbeginn auf der Homepage des Humboldt-Studienzentrums der Universität Ulm unter Downloads und auch unter ILIAS für Lehre und Lernen der Universität Stuttgart hochgeladen. Literatur zur Einführung: Martin Hähnel/Maria Schwartz, Theorien des Guten zur Einführung. Hamburg 2018

 

Daniel Feige
Ethik des Klimawandels
Zeit: Donnerstag, 9.15 - 10.45 Uhr
Raum: ABK / Neubau 2 / Raum 2.08

Dies ist eine Veranstaltung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (ABK) Stuttgart. Sie kann auch von Studierenden des EPG mit der Möglichkeit zum Leistungsnachweis besucht werden. Bitte melden Sie sich dafür per Mail bei  luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

 In den letzten Jahren ist der öffentliche Diskurs zunehmend von Fragen eines angemessenen Umgangs mit dem Klimawandel, der heute in der Klimaforschung als Tatsache gilt, bestimmt. Im Seminar werden wir im Rahmen einer gemeinsamen Lektüre des Buchs zum Thema von Dominic Roser und Christian Seidel die ethischen Herausforderungen und mögliche Antworten diskutieren. Das Buch wird zu Anschaffung empfohlen.

Literatur: Dominic Roser und Christian Seidel, Ethik des Klimawandels. Eine Einführung, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2015 (2. Auflage). Dies ist eine Veranstaltung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (ABK) Stuttgart. Sie kann auch von Studierenden der Universität Stuttgart mit der Möglichkeit zum Leistungsnachweis besucht werden.

 

Tim Henning
Wie kommt das Sollen in die Welt?
Zeit: Mi 09:45 - 11:15
Raum: M 11.71 

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Es scheint eine Tatsache zu sein, dass wir manche Dinge tun sollen – weil es klug oder geschickt ist, weil es witzig wäre, weil wir moralisch verpflichtet sind, usw. Gibt es solche Tatsachen wirklich? Wie verhalten sie sich zu den gewöhnlichen (natürlichen) Tatsachen, mit denen wir es sonst zu tun haben? Dieses Seminar befasst sich mit neueren Texten (in englischer Sprache), die um den Versuch kreisen, das Verhältnis zwischen Sollenstatsachen und natürlichen Tatsachen zu bestimmen. Wir lesen u.a. Texte von Bernard Williams, Mark Schroeder, Stephen Finlay, J. Dancy, T.M. Scanlon, Derek Parfit und Ronald Dworkin. In diesem Seminar wird eine Sondersitzung stattfinden. Am Montag, den 18. Mai, werden zwei der Autoren auf unserem Plan (Mark Schroeder und Stephen Finlay) in Stuttgart sein und auf einem kleinen Workshop Vorträge zu ihrer aktuellen Arbeit halten. Die Teilnahme an diesem Workshop gilt als Teil des Seminars.

 

Andreas Luckner
Ethik bei David Hume
Zeit: Di 15:45 - 17:15
Raum: M 17.81

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

David Hume (1711 - 1776) steht philosophiegeschichtlich am skeptischen Ausgang der empiristischen Tradition des 18. Jahrhunderts, wie sie mit den Namen Locke und Berkeley verbunden ist. Für viele gilt er als größter englischsprachige Philosoph ever – auch Kant sagte immerhin von Hume, dass er ihn aus seinem „dogmatischen Schlummer“ geweckt hätte. Eine Analyse der menschlichen Natur, wie sie sich individuell als auch institutionell ausprägt, kann nach Hume durchaus allgemein anerkannte normative Maßstäbe und Vermögen aufweisen; der moderate Skeptiker Hume ist also auch skeptisch gegenüber einer radikalen Skepsis in Bezug auf Fragen der Moral.

Für Hume lässt sich die Moral allerdings nicht aus der Vernunft ableiten, sondern ist eine Sache des Gefühls. Geleitet von der allen Menschen eigenen Fähigkeit zur Sympathie empfinden wir Handlungen genau dann als tugendhaft bzw. lobenswert, wenn sie auf Charaktereigenschaften schließen lassen, die für uns selbst oder andere angenehm oder nützlich sind. Ähnlich wie die Standards ästhetischen Geschmack sind daher auch auf dem Gebiet der Moral intersubjektiv verbindliche normative Standards identifizierbar. Hume wird so als ein Vertreter einer spezifisch neuzeitlichen Tugendethik lesbar, die sich von ihren antiken Vorbildern vor allem durch die Betonung der allgemeinen Nützlichkeit abhebt, ohne dadurch schon einen in vielerlei Hinsicht problematischen (prinzipienethischen) Utilitarismus zu münden.

Um Humes Moraltheorie besser verständlich zu machen, werden neben Auszügen aus dem dritten Buch des Traktats über die menschliche Natur und der Untersuchung über die Prinzipien der Moral auch ausgewählte Texte aus anderen Bereichen seiner Philosophie behandelt. Den Abschluss des Seminars bildet eine kooperative Studierendentagung, auf der Studierende der Universität Stuttgart und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg eigene Beiträge zur innerphilosophischen und interdisziplinären Bedeutung der Hume‘schen Moraltheorie vorstellen werden (am 17. 07., von 9 - 17:15 h). Die Teilnahme an dieser Abschlussveranstaltung ist obligatorisch.

Die Literatur wird über ILIAS bereitgestellt, außer einem Werk, das wir in Gänze lesen wollen: Die Dissertation über die Affekte; bitte besorgen Sie sich die zweisprachige Ausgabe im Reclam-Verlag (5, 40 €).

 

Ulrike Ramming
'Ethik der Existenz' bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus
Zeit: Mo 11:30 - 13:00
Raum: M 36.31 (Seidenstr. 36, 3. OG, Seminarraum)

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

 „Ein gemeinsamer Nenner der Existenzphilosophen im engeren Sinne liegt … in der Überzeugung, dass sich Personen zu sich selbst und damit zu ihrer zeitlich verfassten Existenz verhalten. Im Umstand, dass Personen ihre Existenz als Leben führen und ihre Lebenszeit gestalten können, liegt aber zudem eine weitere Möglichkeit: nämlich die, dass sie sich selbst verfehlen können.“ (Andreas Luckner, in: Luckner/Ostritsch, S. 139). Im französischen Existenzialismus, wie er durch Jean-Paul Sartre und Albert Camus formuliert wurde, steht die damit einhergehende ethische Herausforderung unter dem Vorzeichen eines radikalen Freiheitsverständnisses. Die berühmte Formulierung Sartres lautet, dass die Existenz der Essenz vorausgeht, womit, salopp formuliert, gesagt ist, dass die Essenz dessen, was wir als Person jeweils sind bzw. was uns als solche ausmacht, von uns selbst verantwortet werden muss. Sartre entwickelt diese Konzeption ausführlich im Rahmen seiner phänomenologischen Ontologie. Camus formuliert eine nihilistische Variante u.a. in der Auseinandersetzung mit mythologischen Figuren wie Sisyphos. Im Rahmen des Seminars sollen die Grundzüge der von Sartre und Camus vertretenen Positionen an jeweils einem ihrer Hauptwerke rekonstruiert werden. Literatur (muss selbst angeschafft werden): Albert Camus: Der Mythos des Sisyphos. Reinbek bei Hamburg 2013. Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie. Reinbek bei Hamburg 1991. Zur Einführung: Andreas Luckner/Sebastian Ostritsch: Existenz. Berlin/Boston 2019. Darin: Kapitel 6 und 7.

 

Jakob Steinbrenner
John Stuart Mill: Über die menschliche Freiheit
Zeit: Do 09:45 - 11:15
Raum: M 17.22

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Im Seminar wollen wir gemeinsam Mills Klassiker Über die menschliche Freiheit lesen. Ein Schwerpunkt seiner Überlegungen bildet dabei das Thema Meinungsfreiheit. Dass über sie, ihre Rolle und Grenzen, heutzutage wie selten zuvor diskutiert wird, ist nicht zu leugnen. Uns werden dabei insbesondere die Grenzen der Meinungsfreiheit, ihre Rolle für eine freiheitliche Gesellschaft und die Verbindung zu Mills Utilitarismus beschäftigen. Textgrundlage: John Stuart Mill: On Liberty / Über die Freiheit. Stuttgart 2009.

 

Thomas Wägenbaur 
"Contingencies of Value" 
Time: Wednesday, 11.30 – 13.00
Room: K II, room 11.01

This seminar will examine relevant exchanges between Anglophone literature and philosophical ethics. We will follow both a historic and systematic order by dealing first with the relation between religion and literature as well as the relation between moral philosophy and literature. We will then explore various cultural practices such as censorship and canonization and their influence on literature – and vice versa. At length we will discuss the so-called “Ethical Turn” in literary theory since the last two decades (Gender Theory, Postcolonialism, Ecocriticism). Recommended Reading: Hoffmann, Gerhard, and Alfred Hornung. Ethics and Aesthetics: The Moral Turn of Postmodernism. Winter, 1996.

Dieses Bild zeigt  Andreas Luckner
Apl. Prof. Dr.

Andreas Luckner

Koordination des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums (EPG), Prüfungsausschuss Philosophie

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