Aktuelles EPG-Angebot

Übersicht über die aktuellen Veranstaltungen, die im Rahmen des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums besucht werden können.

Seit dem Sommersemester 2020 gibt es KEINE exklusiven EPG-I-Veranstaltungen ("Grundkurs Ethik") mehr.

Lehramtsstudierende nach GymPO (mit obligatorischem EPG), die noch das EPG I-Modul für die Anmeldung zum Staatsexamen absolvieren müssen, können dies im SoSe 22 in folgender  Veranstaltung tun:

Andreas Luckner
Einführung in die praktische Philosophie
Zeit: vorauss. Mi 09:45 - 11:15
Raum: noch nicht bestimmt

Bitte hierfür anmelden unter  luckner(at)philo.uni-stuttgart.de

Im EPG II-Bereich werden im Wintersemester 2021/22 insgesamt 5 EPG II-Seminare angeboten (Beginn jeweils in der ersten Woche der Vorlesungszeit, wenn nicht anders angegeben).
Für jede der folgenden Veranstaltungen müssen Sie sich beim EPG-Koordinator Andreas Luckner unter

luckner@philo.uni-stuttgart

anmelden, die Plätze für die (noch wenigen) EPG-Kandidatinnen sind beschränkt.

Die fünf Seminare sind die folgenden:

 

Hauke Behrendt
Sophia Moreau – Faces of Inequality
Mittwoch, 15.45 - 17.15 Uhr
Raum M 11.82

Sophia Moreau entwickelt in ihrem Buch eine originelle und pluralistische Theorie darüber, wann und warum Diskriminierung Menschen Unrecht tut. Sie argumentiert, dass zwar alle Fälle von unrechtmäßiger Diskriminierung mit dem Versäumnis einhergehen, einige Menschen gleichberechtigt zu behandeln, dass sich diese Versäumnisse aber erheblich voneinander unterscheiden. Dieses Buch gehört zu den wichtigsten Werken der jüngsten Diskriminierungsforschung. Wir werden uns im Seminar hauptsächlich an einer kritischen Lektüre von „Faces of Inequality“ versuchen. Text: Sophia Moreau: Faces of Inequality. Oxford 2020.


Hauke Behrendt
Unterdrückung und Macht
Zeit: Mittwoch, 17.30 - 19.00 Uhr
Raum: M 11.91

Für die Analyse und ggf. Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse sind die Begriffe der Macht und Unterdrückung zentral. Zugleich sind beide schwer zu greifen und auf eine ganze Reihe von Phänomenen und Kontexten anwendbar. In diesem Seminar wollen wir uns mit verschiedenen Sichtweisen auf und unterschiedlichen Dimensionen von Macht und Unterdrückung auseinandersetzen. Dabei sollen ausgewählte Ansätze der Politischen Philosophie und der Sozialphilosophie näher in Augenschein genommen werden und ihr Potenzial für ein kritisches Verständnis von Machtverhältnissen ausgelotet werden.
Text: Rahel Jaeggi und Robin Celikates: Sozialphilosophie. Eine Einführung. München 2017, Kapitel 7.


Lynn Hartmann
Philosophische Aspekte der Inklusion
Zeit: Montag, 14.00 - 16.00 Uhr
Raum: Online-Lehre

Das Seminar richtet sich an alle Studierenden, die im Bildungssystem arbeiten (sowohl schulisch als auch außerschulisch) und sich näher mit dem Themenbereich der Inklusion befassen möchten. Dabei geht es sowohl um eine Begriffsklärung und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Inklusion als auch um die Betrachtung philosophischer Sichtweisen der Inklusionsdebatte.
Unter anderem soll dabei folgenden Fragen nachgegangen werden: - Was ist Inklusion und wie ist die Debatte entstanden?
– Welche Dimensionen von Inklusion gibt es?
– Welche Möglichkeiten zur Inklusion gibt es? Was wird benötigt?
– Gibt es Grenzen? Wenn ja, wo und warum?
Alle Teilbereiche sollen dabei auch unter philosophischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Die Beteiligung an Gesprächen und Diskussionen sowie das selbstständige Erarbeiten kleinerer Teilaufgaben sind Teil des Seminars.
Online-Studium:
Das Seminar findet online statt, dabei gibt es sowohl synchrone als auch asynchrone Sitzungstermine.


Andreas Luckner
Ethik und Pädagogik
Zeit: Mittwoch, 9.45 - 11.15 Uhr
Raum: M 11.42
Beginn: 27. Oktober 2021

Lehrerinnen und Lehrer haben in ihrem Beruf nicht nur einen Bildungs-, sondern auch einen Erziehungsauftrag zu erfüllen. Womit sind sie dabei aber eigentlich und überhaupt beauftragt? Was soll bzw. muss ein Lehrer tun, was darf er nicht tun, um seinen Erziehungsauftrag zu erfüllen? Wodurch ist erzieherische Autorität überhaupt legitimiert? In welchem Verhältnis steht die erzieherische Autorität zur (prospektiven und als Erziehungsziel angestrebten) Autonomie des Heranwachsenden? Wie frei bzw. autoritär darf/kann/soll/muss dabei die Pädagogik sein? Dies alles sind berufsethische Fragen für angehende Lehrer und Lehrerinnen. Anhand klassischer philosophisch-pädagogischer Konzepte (Rousseau, Kant, Pestalozzi, Schleiermacher, Stirner, Buber, Mollenhauer, Spaemann) soll in die Thematik eingeführt werden. Historisch ist die Pädagogik ohnehin aufs Engste mit der Ethik verbunden, ja, manche, wie etwa Schleiermacher sprachen von der Pädagogik gar als einem Teil der Ethik. In einem zweiten Teil sollen alternative Schulkonzeptionen hinsichtlich ihres Autoritätsverständnisses zur Diskussion kommen (Waldorf, Montessori, Summerhill, Sudbury, Jenaplan etc.). Viele Texte zu den Sitzungen finden sich in dem Reader Pädagogik und Ethik, hrsg. von Kurt Beutler und Detlef Horster, Stuttgart (Reclam) 1996, den Sie sich bitte zulegen (unter 10 Euro); die übrigen Texte können urheberrechtlich unbedenklich auf ILIAS bereitgestellt werden.


Gholamhossein Movahedian
Neue Ansätze in der Ethik der Migration
Zeit: Freitag, 14.00 - 15.30 Uhr
Raum: M 11.42

Eine Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen politischen Herausforderungen sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik zeigt deutlich, dass das Thema „Migration“ zu den wichtigsten und gleichzeitig umstrittensten Themen gehört. Ob in den TV-Debatten der Spitzenkandidat*innen für die Bundestagswahlen, in den Diskussionen über den Umgang mit afghanischen Ortskräften nach der Machtübernahme der Taliban oder den Umgang mit den US-amerikanischen Geflüchteten im Patrick-Henry-Village (Heidelberg), die mit der Hoffnung einer besseren medizinischen Versorgung in Deutschland Asyl beantragen, werden oft ähnliche Fragen diskutiert, die für die praktische Philosophie und vor allem für die Migrationsethik eine große Bedeutung haben. Hat Jede*r das Recht auf Ein- und Auswanderung? Was bedeutet es genau, wenn wir von offenen oder geschlossenen Grenzen reden? Welche Verantwortung haben die Ankunftsländer den Geflüchteten gegenüber? Welche moralischen Pflichten haben Staaten gegenüber denjenigen, die ihre Herkunftsländer aus unterschiedlichen Gründen verlassen und einwandern möchten? Sollten Staaten zwischen diesen Gründen unterscheiden? Sollten die Pflichten bei den Staaten, die finanziell schlechter dastehen als wohlhabende Länder, anders aussehen?
Können wir moralische Gründe dafür finden, die Menschen daran zu hindern, ihren Wohnort frei zu wählen? Inwieweit sollten Ängste und Sorgen der Ankunftsgesellschaft in der Migrationspolitik mitberücksichtigt werden?
In diesem Seminar werden wir uns anhand der aktuellen philosophischen Debatten mit den oben genannten Fragen auseinandersetzen. Außerdem werden wir uns die Argumente für und gegen Einwanderungsbeschränkungen genauer anaschauen und diese diskutieren.
Die folgende Literatur ist unter anderen Texten zwar Grundlage unserer Diskussion, ihre Anschaffung setzt eine Teilnahme jedoch nicht voraus. Die relevanten Texte werden online zur Verfügung gestellt:
Donatella Di Cesare: Philosophie der Migration. Berlin (Matthes & Seitz) 2021.
Frank Dietrich (Hrsg.): Ethik der Migration. Philosophische Schlüsseltexte. Berlin (Suhrkamp) 2017. Adam Hosein: The Ethics of Migration. An Introduction. New York (Routledge) 2019.

 

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Apl. Prof. Dr.

Andreas Luckner

Komm. Leiter des Instituts, Koordination des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums (EPG), Prüfungsausschuss Philosophie

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