Aktuelles EPG-Angebot

Übersicht über die aktuellen Veranstaltungen, die im Rahmen des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums besucht werden können.

Im Wintersemester 2019/20 wird noch einmal ein wöchentlicher Grundkurs Ethik für das EPG I-Modul angeboten, danach ist das EPG-I-Programm ausgelaufen. Ab dem SoSe 2020 wird es nur noch Einzelfall-Lösungen geben können, um das EPG-I-Modul zu absolvieren.

Im WiSe 19/20 gibt es für das EPG I -Modul folgende Veranstaltung:

Andreas Luckner
Grundkurs Ethik (EPG I)
Zeit: Mittwoch, 09:45 - 11.15 Uhr, Beginn: 23.
Raum: M11.42

Der ‚Grundkurs Ethik’ gibt eine Einführung in die Grundbegriffe und Grundprobleme der philosophischen Ethik. Leitende Fragen des Kurses sind: Was heißt es, sich im Leben und Handeln zu orientieren? Welchen Normen und Normarten unterstellen wir uns dabei? Was sind moralische Konflikte und ethische Probleme? Können solche Konflikte und Probleme ‚gelöst’ werden, und wenn ja: Kann man dabei vorgehen, wie bei einem theoretischen oder technischen Problem? Was kann normative Ethik leisten, was nicht? Wo findet sie Anwendungsgebiete? Warum überhaupt moralisch sein? Was heißt das eigentlich? Im zweiten Teil sollen die Kursteilnehmer klassische Positionen der Ethik, u.a. die aristotelische und epikuräische Ethik (sog. „Tugendethiken“), den Utilitarismus und die Moralphilosophie Kants kennen lernen und damit historisch und systematisch eine Übersicht über die philosophische Disziplin der Ethik gewinnen.

 


Hinweis: Das noch vom SoSe 2019 überhängige folgende Blockseminar ist ausgebucht!

Hauke Behrendt
Was ist Diskriminierung?
Zeit: Blockveranstaltung vom 7. - 10. 10. 2019, jeweils von 9 - 17 h
Raum: M 11.11

Im EPG II-Bereich werden im Wintersemester 2019/20 insgesamt 11 EPG II-Seminare angeboten, sieben davon sind zulassungsbeschränkt für EPG II-Studierende (s. Hinweis bei den betreffenden Veranstaltungen). Wenn nicht anders angegeben beginnen die Veranstaltungen in der ersten Woche der Vorlesungszeit (ab 14. 10. 2019). 

 

Renate Breuninger
Philosophische Theorien des Bösen
Zeit: Mittwoch, 15.45 - 17.15 h, Beginn 23. 10. 2019
Raum: M11.91
!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Von einer neuen Gegenwärtigkeit des Bösen ist die Rede. Darstellungen des Bösen zeigen sich in den Medien, in der Literatur, Kunst und auch in der Philosophie. Zum Kennzeichen des Bösen gehört seine Unerklärlichkeit und seine Irrationalität, denn würde sich das Böse begreifen lassen, wäre es wohl gebannt.
Allen gegenwärtigen Theorien in der Philosophie ist gemein, dass das Böse zum Menschen gehört und es wohl kein Gutes gibt, das nicht in seinem tiefsten Grund das Böse beherbergt, welches jederzeit als das Chaotisch-Unberechenbare und Bedrohliche hervorbrechen kann und sich jeder Kontrolle entzieht. Dementsprechend formuliert Kant: „Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.“
Wir werden im Seminar die einzelnen Theorien des Bösen von Kant und Schelling über Arendt und Ricœur bis hin zu Schulz genauer behandeln.
Texte werden unter Ilias und unter Downloads des Humboldt-Studienzentrums zur Verfügung stehen.
Literatur zur Einführung:
Jörg Noller: Theorien des Bösen. Zur Einführung. Hamburg 2017
Was ist das Böse? Philosophische Text von der Antike bis zur Gegenwart. Hrsg. von Christian Schäfer. Stuttgart 2018

 

Marcella Dillig
(Un-)Gleichheit
Zeit: Montag 17.30 - 19.00 h
Raum: M36.31
!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Laut Gary Orren und Sidney Verba gibt es kaum ein anderes Thema, das die menschliche Geschichte so stark beeinflusst hat, wie das Streben nach „Gleichheit“. In ihrem Namen wurden Guillotinen auf- gestellt, die Charta der Menschenrechte verabschiedet, der Sozialismus aufgebaut und die Apartheid beendet. Heute werden zahlreiche Debatten um Chancen-, Geschlechter-, Einkommens- und globale (Un-)Gleichheit geführt. Aber was ist Gleichheit überhaupt?
Im Seminar werden wir dies betrachten. Wir stellen uns die Fragen, unter welchen logischen Bedingungen Gleichheit besteht, welche Dinge überhaupt verglichen werden können und was die unterschiedlichen Arten von Gleichheit und Gleichbehandlung ausmacht.
Auf dem begrifflichen Fundament aufbauend, betrachten wir die werttheoretische und die sozialphilosophische Ebene von Gleichheit. Was ist eigentlich gut an Gleichheit? Welches Verständnis von Gemeinschaft und Gesellschaft steckt hinter den jeweiligen Bestimmungen von Gleichheit und Gleichbehandlung? Dazu werden ältere und neuere Klassiker (u.a. die Bibel, John Locke, Karl Marx, John Rawls, Robert Nozick, Martha Nussbaum) einführend herangezogen.
Auch die Anwendung von (Un-)Gleichheit kommt nicht zu kurz: Zum Ende des Seminars beschäftigen wir uns mit Themen der Anwendungsbezogenen Ethik, z. B. Geschlechtergleichstellung oder Minderheitenschutz, die wir gemeinsam im Seminar festlegen.

Tim Henning

Offene Grenzen? – Ethik der Migration
Zeit: Mittwoch, 8.00 - 9.30 h
Raum: M 36.31
!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Wenn Menschen in andere Staaten einwandern möchten, kann das verschiedene Ursachen haben: Flucht vor Krieg oder den Auswirkungen der Erderwärmung, aber auch bessere Lebens- und Berufsaussichten. Seitens derjenigen, die bereits im fraglichen Land leben, weckt dieser Wunsch oft Befürchtungen und Ressentiments. Was passiert mit der einheimischen Kultur, mit der inneren Sicherheit, mit den Aussichten auf dem Arbeitsmarkt? So vertraut diese Bedenken sind, so offen ist die Frage, ob es eigentlich wirklich eine moralische Rechtfertigung dafür gibt, Menschen an der freien Wahl ihres Wohnortes zu hindern. In diesem Seminar befassen wir uns mit den wichtigsten zeitgenössischen philosophischen Versuchen, Einwanderungsbeschränkungen zu rechtfertigen, sowie mit der philosophischen Kritik an diesen Versuchen. Zur Grundlage der Diskussion dient dabei eine Monographie, die zur Anschaffung empfohlen wird:
Andreas Cassee: Globale Bewegungsfreiheit. Ein philosophisches Plädoyer für offene Grenzen. Berlin (Suhrkamp) 2016.

 

Andreas Luckner
Ethik und Pädagogik
Zeit: Mittwoch, 11.30 - 13.00 h, Beginn: 23. 10. 2019
Raum: M17.81

Lehrerinnen und Lehrer haben in ihrem Beruf nicht nur einen Bildungs-, sondern auch einen Erziehungsauftrag zu erfüllen. Womit sind sie dabei aber eigentlich und überhaupt beauftragt? Was soll bzw. muss ein Lehrer tun, was darf er nicht tun, um seinen Erziehungsauftrag zu erfüllen? Wodurch ist erzieherische Autorität überhaupt legitimiert? In welchem Verhältnis steht die erzieherische Autorität zur (prospektiven und als Erziehungsziel angestrebten) Autonomie des Heranwachsenden? Wie frei bzw. autoritär darf/kann/soll/muss dabei die Pädagogik sein? Dies alles sind berufsethische Fragen für angehende Lehrer und Lehrerinnen. Anhand klassischer philosophisch-pädagogischer Konzepte (Rousseau, Kant, Pestalozzi, Schleiermacher, Dilthey, Buber) soll in die Thematik eingeführt werden. Historisch ist die Pädagogik ohnehin aufs Engste mit der Ethik verbunden, ja, manche, wie etwa Friedrich Daniel Schleiermacher sprachen von der Pädagogik gar als einem Teil der Ethik. In einem zweiten Teil des Seminars werden Fragen des Verhältnisses von gesellschaftlicher Emanzipation und Pädagogik behandelt werden (Texte von Erich Fromm, Klaus Mollenhauer, Robert Spaemann, Bernhard Bueb u. a.). Auch alternative Schulkonzeptionen sollen in diesem Zusammenhang zur Diskussion kommen (Waldorf, Montessori, Summerhill, Sudbury, Jenaplan etc.).
Literatur: Textgrundlage des Seminars ist der Reader Pädagogik und Ethik, hrsg. v. K. Beutler und D. Horster im Reclam Verlag Stuttgart (1996). Weitere Texte werden auf ILIAS bereitgestellt.

 

Sabine Metzger
“The Quantified Self”
Time: Wednesday, 11.30 - 13.00
Room: M17.22

The term „Quantified Self“ was coined in 2007 by the Wired magazine editors Gary Wolf and Kevin Kelly to denote the tracking of “every facet of life, from sleep to mood to pain.” With the increase of technological devices and wearables, the self-tracking of physical, behavioral and environmental data, i.e. the “self-knowledge through numbers,” has evolved into a mainstream phenomenon that blurs the boundaries between body and technology, between biology and IT, between the private and the public. The aim of this course is to critically engage with the implications of the Quantified Self and its practices of screening, measuring, and mapping the body. Focusing on Dave Eggers’ novel The Circle (2013) and relevant theoretical texts, we will examine issues such as self and identity, quantitative approaches to subjectivity, the “good life,” power and control, self-commodification and self-commercialization. Required Texts: Dave Eggers. The Circle. London: Penguin, 2013 Further texts will be made available on ILIAS.

 

Nicola Mößner
Werte in den Wissenschaften
Zeit: Dienstag, 15.45 - 17.15 h
Raum: M 36.31
!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Das gängige Ideal der Wertfreiheit in den Wissenschaften besagt, dass sich das Erkenntnisstreben am Maßstab der Wahrheit zu orientieren habe und wissenschaftliche Urteile allein nach ihrem Wahrheitsgehalt zu beurteilen seien. Werturteile dürfen hier keine Rolle spielen. Im Rahmen des Seminars soll die Debatte zum Wertfreiheitsideal in den Wissenschaften kritisch thematisiert werden. Anhand der Lektüre einiger klassischer Texte zum Thema soll zunächst untersucht und diskutiert werden, welche Überlegungen zur Etablierung dieses Ideals geführt haben. Warum soll Wissenschaft überhaupt wertfrei sein? Welche Arten von Werten spielen in dieser Debatte eine Rolle? An welchen Stellen im Erkenntnisprozess kommen sie eventuell zum Tragen? Darüber hinaus sollen einige neuere Entwick- lungen der Debatte genauer betrachtet werden. In aktuellen Ansätzen wird das Ideal der Wertfreiheit häufig kritisch hinterfragt, aber was hat zur Forderung einer Revidierung des Ideals geführt? Was sind eigentlich Vor- und Nachteile einer wertgeladenen Wissenschaft? Welche Auswirkungen hat beispielsweise die wachsende Kommerzialisierung auf das wissenschaftliche Erkenntnisstreben? Auf welcher Basis kann oder muss Wissenschaftlern eine gesellschaftliche Verantwortung für ihr Forschungshandeln zugeschrieben werden?
Literatur: Zur Vorbereitung empfohlen: Carrier, M.: Wissenschaftstheorie zur Einführung. Hamburg: Junius Verlag 2006, Kap. 6 „Wissenschaft im gesellschaftlichen Kontext: Erkenntnis, Werte und Interessen“. Zur Anschaffung empfohlen: Schurz, G. & Carrier, M. (Hrsg.): Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit. Berlin: Suhrkamp 2013.

 

Michael Nerurkar
Politische Ethik
Zeit: Montag, 14.00 - 15.30 h
Raum: M 11.82
!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

In der Politischen Ethik sind über Fragen der Begründung von Staat und Herrschaft hinausgehende Fragen zu diskutieren, die die konkretere Form von Gesellschaft/Gemeinschaft und des politischen Handelns betreffen. Themen sind u. a.: Recht, Gerechtigkeit, Wirtschaft, Krieg, ...

 

Annette Ohme-Reinicke
Jugendprotest und schulische Wirklichkeit
Zeit: Dienstag, 11.30 - 13.00 h
Raum: M17.25

Mit ihren Protesten „Fridays for Future“ setzen sich Schülerinnen und Schüler für Klimagerechtigkeit ein. Sie problematisieren aber auch das Verhältnis von schulischer Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung. So ist eine Frage, die immer wieder gestellt wird, ob Unterricht ausfallen darf, um gegen ökologisch-politische Probleme vorzugehen. Dabei ist die gegenwärtige schulische Wirklichkeit selbst auch ein Ergebnis gesellschaftspolitischer Kämpfe. Beispiele sind etwa die Einführung der Lernmittelfreiheit im Zuge der Revolution von 1848, die koedukativen Erziehung aufgrund der Frauenbewegung oder die Abschaffung der Prügelstrafe seit den 1970er Jahren im Nachklang der Studentenbewegung.
Das Seminar geht dem Spannungsfeld zwischen schulischer Bildung und gesellschaftlicher Veränderung nach und fragt nach möglichen ethischen Konsequenzen für den Lehrerberuf.
Die Literatur wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.

 

Ulrike Pompe-Alama
Technologiewandel. Philosophie und Ethik einer gesellschaftlichen Herausforderung
Zeit: Mittwoch, 11.30 - 13.00 h
Raum: M 36.31
!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Energiewende, Digitalisierung, Automatisierung, Mobilitätswende: solche und ähnliche Schlagworte prägen den politischen und gesellschaftlichen Diskurs unserer Zeit. „Die Technik“ ist dabei sowohl treibende Kraft, Verursacher und zugleich Lösung einer Vielzahl von Problemen. Der „Wandel“, also sowohl die Ersetzung einer bis dato gebräuchlichen Technologie durch eine andere, als auch die Ablösung einer etablierten Praxis durch eine andere, die sich auf neue technologische Hilfsmittel stützt, ist dabei allerdings aufgrund der Komplexität der systematischen Einbettung einer Partikulartechnologie in den lebensweltlichen Gesamtzusammenhang oft nicht trivial.
Im Seminar sollen anhand klassischer Texte zur Technikphilosophie – verknüpft mit aktuellen Beispielen - diese systematischen Komplexe analysiert und bewertet werden.
Literatur wird bereitgestellt. Regelmäßige Teilnahme und die Übernahme eines Referats werden für den Erwerb eines Leistungsnachweises vorausgesetzt.

 

Jakob Steinbrenner
Tierethik
Zeit: Mittwoch, 17.30 - 19.00 h
Raum: M36.31

!! Achtung: Zulassungsbeschränkung für EPG-Studierende.
Anmeldungen bitte unter luckner(at)philo.uni-stuttgart.de !!

Gerade in neuerer Zeit hat sich ein eine rege Debatte über den Umgang mit Tieren, ihren Rechten etc. herausgebildet. Im Seminar wollen wir hierzu grundlegende Texte gemeinsam lesen. Da die Debatte wesentlich davon bestimmt ist, welche mentalen Fähigkeiten man Tieren zuschreiben kann, ist es vonnöten, sich mit Fragen zum Geist der Tiere auseinandergesetzt zu haben. Voraussetzung für die Teilnahme ist daher gute Kenntnis des Aufsatzes „Der Geist der Tiere – eine Einführung“ von Dominik Perler und Markus Wild aus deren gleichnamigen Buch „Der Geist der Tiere“, Frankfurt 2005 (der Text findet sich im Handapparat). In der ersten Seminarsitzung wird daher eine halbstündige Klausur geschrieben, um die Kenntnisstände zu überprüfen. Das Bestehen der Klausur ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar. Eine genauere Literaturliste wird Anfang des Semesters vorliegen.

 

Thomas Wägenbaur
“Contingencies of Value”
Time: Thursday, 14.00 - 15.30
Room: M17.13

“Contingencies of Value” This seminar will examine relevant exchanges between Anglophone literature and philosophical ethics. We will follow both a historic and systematic order by dealing first with the relation between religion and literature as well as the relation between moral philosophy and literature. We will then explore various cultural practices such as censorship and canonization and their influence on literature – and vice versa. At length we will discuss the so-called “Ethical Turn” in literary theory since the last two decades (Gender Theory, Postcolonialism, Ecocriticism). Recommended Reading: Hoffmann, Gerhard, and Alfred Hornung. Ethics and Aesthetics: The Moral Turn of Postmodernism. Winter, 1996.

 

Andreas Luckner
Apl. Prof. Dr.

Andreas Luckner

Koordination des Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudiums (EPG), Prüfungsausschuss Philosophie

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