Forschung

Die Stärken des Stuttgarter Instituts für Philosophie liegen in der Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendungsbezug in den Bereichen Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Technikphilosophie, Ästhetik, Philosophie des Geistes, der Sprache und der Kultur, Ethik sowie Politische Philosophie.

Forschungsschwerpunkte

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Die Frage nach der Natur des Geistes und seinem Verhältnis zum Körper ist schon seit der Antike Gegenstand philosophischer Reflexion. Es werden die philosophischen und wissenschaftlichen Grundlagen kognitiver und affektiver Prozesse, des Handelns und der Sprache thematisiert. 
Eine besondere Rolle spielt am Stuttgarter Institut für Philosophie der Zusammenhang zwischen Geist und Maschine. Es gibt eine lange Tradition, die Leistungen des menschlichen Geistes durch Maschinen nachzubilden. Wenn es gelingt, diese Leistungen maschinell zu hervorzubringen, so verspricht dies auch ein besseres Verständnis des menschlichen Geistes. Hierbei spielen computationale Modelle und Simulationen des Geistes eine wichtige Rolle, aber auch die Rolle des Leibes wird unter dem Stichwort „Embodiment“ thematisiert. 
Geistige Prozesse beziehen sich jedoch nicht nur auf Individuen, sondern es gibt auch verschiedene Formen der sozialen Interaktion, des kollektiven Handelns und vielleicht sogar kollektive geistige Ereignisse, die untersucht werden. Dies ist auch in Anwendungskontexten von großer Bedeutung, wenn es um die Vorhersage und Erklärung kollektiven Handelns durch soziale Simulationen geht.

Was ist Wissen? Was ist Rechtfertigung? Was zeichnet wissenschaftliche Methoden, Theorien und Erkenntnisse aus? Das sind die klassischen Fragen der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, die am Stuttgarter Institut für Philosophie untersucht werden. 
Die Besonderheit ist jedoch die integrative Herangehensweise an diese Fragen, die Ansätze aus Wissenschaft, Kunst und Technik zusammenbringt. Dieser Herangehensweise liegt die Erfahrung zugrunde, dass sich viele Probleme nicht allein aus der Perspektive  der Geisteswissenschaften, der Sozialwissenschaften oder der Natur- und Technikwissenschaften in den Blick bekommen lassen. Manchmal ist auch der Rückgriff auf die Kunst hilfreich, um eingefahrene Denkstrukturen aufzubrechen und neue Sichtweisen aufzuzeigen. 
Eine wichtige Rolle kommt der Untersuchung der wissenschaftstheoretischen Probleme zu, die durch neue Technologien aufgeworfen werden, z.B. computergestützte Simulationen in den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften oder der Einsatz digitaler Verfahren in den Geisteswissenschaften.

Dieser Forschungsschwerpunkt ist eng verzahnt mit dem bi-nationalen Masterstudiengangs praxisorientierte Kulturphilosophie. Behandelt werden die systematischen und historischen Entstehungsbedingungen der Kultur sowie die kulturellen Ausdrucksformen des Menschen wie Sprache, Kunst, Wissenschaft oder Technik. 
Im Vordergrund steht das Problemfeld Ethik, Ästhetik und technologische Kultur. Es werden einerseits klassische philosophische Fragen bearbeitet wie: Was ist Gerechtigkeit? Was ist Schönheit? Oder: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Ethik und Ästhetik? Andererseits werden die ethischen und ästhetischen Aspekte neuer Technologien thematisiert. Wie kann die Interaktion von Menschen und Maschinen natürlich, intuitiv und ästhetisch ansprechend gestaltet werden? Welche ethischen Auswirkungen haben neue Technologien auf das individuelle gute Leben und das Zusammenleben in der Gesellschaft? Wie können autonome Systeme mit ethischen Standards ausgerüstet werden? 
Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist die Veränderung der Kultur im digitalen Zeitalter, z.B. der Wandel der Selbst- und Fremdwahrnehmung durch die sozialen Medien.

Promotion in Stuttgart

Selbstverständlich ist es auch möglich, im Fach Philosophie zu promovieren. Qualifizierte AbsolventInnen können sich um ein Stipendium bei den einschlägigen Stiftungen oder für das Graduiertenkolleg GSaME bewerben, sofern die Betreuung der Arbeit sicher gestellt ist. Auch ausländische DoktorandInnen können am Institut für Philosophie promovieren oder einen Forschungsaufenthalt im Rahmen einer auswärtigen Promotion verbringen. Informationen zu den Finanzierungsmöglichkeiten sind über die Stipendiendatenbank des DAAD erhältlich.